Andreas ROCKENBAUER (DI):
Digitaler Inhumanismus – KI als Kulminationspunkt gegenwärtiger Digitaltechnik:
Vom Heilsversprechen zum Verlust des Menschlichen?
Themenschwerpunkte:
Das ursprüngliche emanzipatorische Heilsversprechen der Moderne – Technik als Instrument der
Beherrschung der Natur – scheint, nicht zuletzt auch durch die Entwicklung verblüffend leistungsfähiger generativer KI, über nahezu alle kulturellen und gesellschaftlichen Grenzen hinweg mittels eines radikalen technical bzw. digitalisation turns disruptiert zu werden.
Worin besteht angesichts dessen humanes Menschsein? Anstatt dem Menschen zu dienen, droht
hochentwickelte Digitaltechnik, mittels ihrer scheinbar zwingend inhärenten Eigenlogik, die den technischen Determinismus als unhintergehbares Prinzip setzt, in einen strukturellen Inhumanismus zu führen.
Es erscheint uns als verkehrtes Herr/Knecht-Verhältnis im Sinne Hegels: Wird unsere Vernunft als Mensch vor der „absoluten Leistungshoheit“ von KI an Bedeutung verlieren? Was passiert, wenn wir immer mehr Urteile Maschinen überlassen, die rechnen, aber nicht verstehen können? Die Überlegungen dienen dazu, Interessenten an dieser Problematik zur kritischen Reflexion einzuladen, um sich gemeinsam dem Ziel zu nähern, die gegenwärtig technologisch durchdrungene Lebenswelt durch unsere Humanität und die Technik beherrschende Vernunft zu rekonstruieren.
Dipl.-Ing. Andreas Rockenbauer, BA: Studium der Informatik an der Technischen Universität (TU) Wien. BA im Fach Philosophie an der Universität Wien. Themenschwerpunkte: Technik-Philosophie, Epistemologie und Bewusstseinsontologie; arbeitet derzeit an seiner Masterarbeit im Bereich Philosophie der KI.